Historie der PSNV in Deutschland

Die PSNV, wie sie heute in Deutschland bekannt und verbreitet ist, entstand als Engagement einzelner Organisationen oder Personen, die Ende der 1980er Jahre die Rufe der Hilfsdienste zur „Ersten Hilfe für die Seele“ aufgriffen (Sadowski 2014, S. 17).

Der Begriff „Erste Hilfe für die Seele“ wurde im Rahmen der s.g. Kasseler Thesen der Evangelischen Notfallseelsorge (vgl. Vertreter von Notfallseelsorgediensten aus verschiedenen Landeskirchen und Bundesländern 1997, o.S.) zur „prägenden Kurzdefinition“ (Sadowski 2014, S. 17). Sie betreuten die Angehörigen und waren so ein Bindeglied zwischen diesen und dem Rettungsdienst, der Feuerwehr oder der Polizei sowie dem Krankenhaus (vgl. ebd., S. 17). Durch die zunehmende Komplexität und Spezialisierung des Rettungsdienstes haben die Einsatzkräfte vermehrt ihre Hilflosigkeit, z.B. bei der Betreuung der Angehörigen, gespürt. 

So erging es auch dem Rettungsassistenten Andreas Müller-Cyran 1989 in München. Bei einem Straßenbahnunfall kam ein kleiner Junge ums Leben, Müller-Cyran war als Einsatzkraft des Rettungsdienstes vor Ort. Dabei fiel ihm auf, dass die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und der Polizei die vor Ort waren, sich voll und ganz um den schwerstverletzten Jungen kümmerten. Dessen Mutter und der Straßenbahnfahrer jedoch standen allein abseits des Geschehens. 

Dieser, aber auch viele andere ähnliche Einsätze, haben Müller-Cyran dazu bewegt, nach langer Vorbereitungszeit im Jahr 1994 das KIT München unter der Trägerschaft des ASB zu gründen (vgl. Müller-Cyran/Zehentner 2013, S. 9 ff.). Inzwischen gibt es in Deutschland ein nahezu flächendeckendes PSNV-Angebot, welches vor allem durch die Kirchen und die verschiedenen Hilfsorganisationen - wie auch dem Bayerischen Roten Kreuz – gedeckt werden (vgl. BBK 2013, S. 7; vgl. Huber o.J., o.S.).

Hier findest Du bei Interesse das Literaturverzeichnis.