Einsatz im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz

Die Menschen in den am schwersten von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen brauchen dringend Unterstützung. Tausende Einsatzkräfte aus dem ganzen Bundesgebiet kümmern sich vor Ort um die Betroffenen. Mit dabei ist seit dem 19.07.2021 ein dreiköpfiges Team unseres Arbeitskreises Krisenintervention. Julia Rebuck, die den Fachdienst Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) beim BRK Oberallgäu sowie den Arbeitskreis Krisenintervention leitet, berichtet vom Lagezentrum am Nürburgring.

„Wir wurden Montagnachmittag gegen 15 Uhr angefordert, um 19 Uhr waren wir mit unserem Mannschaftstransportwagen unterwegs, gegen 00.30 Uhr kamen wir am Nürburgring an“, beschreibt Julia Rebuck den schnellen Weg zu diesem Einsatz. Wenn sie von „wir“ spricht, meint die 27-Jährige ihren Kollegen Rudolf Rüppl - er ist ihr Stellvertreter in den Funktionen als Team- und Fachdienstleitung -, die Kriseninterventionshelferin Claudia Reißler und sich selbst.

„Wir haben gemeinsam mit Einsatzkräften aus Unterfranken eine SEG PSNV, also eine Schnelleinsatzgruppe für Psychosoziale Notfallversorgung gebildet, die von uns geführt wird“, erläutert die erfahrene Rettungsassistentin, die seit mehr als fünf Jahren ehrenamtlich im PSNV der BRK Bereitschaften Oberallgäu aktiv ist. Auch aus anderen Bundesländern seien Hunderte Einsatzkräfte der PSNV verschiedener Hilfsorganisationen sowie der Notfallseelsorge vor Ort und arbeiteten Hand in Hand. „Uns steht im Lagezentrum am Nürburgring sogar ein eigener PSNV Einsatzraum zur Verfügung, was eine Besonderheit ist.“ Daneben seien Tausende weitere Kräfte ununterbrochen im Einsatz, zahllose Rettungs- und Krankentransportwagen, Bundeswehrlastwagen und Feuerwehrfahrzeugen führen ein und aus.

Sobald ihr konkretes Einsatzgebiet feststand - die Gemeinde Harscheid im Landkreis Ahrweiler - brachen Julia Rebuck und ihre KollegInnen dorthin auf. „Unsere Aufgabe ist es, betroffene Menschen zu betreuen, die durch die Fluten ihr Hab und Gut und im schlimmsten Falle auch Angehörige verloren haben. Das heißt, wir hören ihnen zu und stabilisieren die Menschen, wir helfen ihnen dabei, ihre Handlungsfähigkeit wiederherzustellen und aktivieren, soweit möglich, ihr soziales Netz.“

Allein Letzteres sei allerdings angesichts der allgemeinen Lage im Hochwassergebiet eine Herausforderung. „Die Infrastruktur ist teilweise weggebrochen, die Kommunikation im Einsatzgeschehen ist immer noch sehr schwierig, da der Mobil- und Einsatzfunk teilweise nach wie vor gestört ist. Wir werden natürlich trotzdem unser Möglichstes für die Menschen tun.“ 72 Stunden wird der Einsatz der Oberallgäuer Einheit dauern, dann geht es zurück in die Heimat.

„Unterstützungs-Einsätze wie dieser werden im Hintergrund durch die Kreisbereitschaftsleitung des BRK organisiert, in diesem Fall ist dies die KBL Oberallgäu“, erklärt Kreisbereitschaftsleiter Matthias Straub. „Das nennt sich `rückwärtige Einsatzführung´.“ Er dankt dem Team vom Allgäu aus herzlich für die schnelle und unkomplizierte Einsatzübernahme. „Das ist spitze! Passt auf Euch auf, damit ihr alle wohlbehalten und gesund wieder zurückkommt.“